Azoren – Festland, Tag 2

Ganz schön schräg hier draussen! Wir leben in Schräglage mit 15 bis 20° Krängung nach steuerbord. So lange sind wir lange nicht mehr Halbwind bis am Wind gesegelt. Zum Schlafen ist es super, denn man wird nicht so umhergerollt. Um im Schiff hin- und herzugehen ist es schwieriger, weil ab und zu eine Welle einen ordentlichen Schubser gibt. 
Gestern waren die Wellen noch höher. Manche zerplatzten an der Bordwand und schickten ein paar Liter Wasser bis über den Decksalon. Als das das erste Mal passiert ist, hat Eva durch den Lüfter ein paar Tropfen abgekriegt und so dumm geguckt, dass Piet sich scheckig gelacht hat. Klein, wild und unerschrocken ist unser Söhnchen. Er steht am Salonfenster, freut sich, wenn es ganz im Wasser eintaucht und behauptet, schon 2 Thunfische durchs Fenster gesehen zu haben. Das nennt man dann wohl Seemannsgarn.

Azoren – Festland, Tag 1

Mit dem ersten Tageslicht haben wir heute in Horta auf Faial abgelegt.

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Gerade segeln wir zwischen den Inseln Pico und Sao Jorge durch und geniessen noch ein paar Stunden Abdeckung vor dem grossen Schwell, den das abziehende Tief draussen auf dem Atlantik aufgebaut hat. Es ist kalt und regnerisch. Umso mehr geniessen wir unseren Decksalon.

Faial, Azoren

Am Freitag waren wir auf Faial angekommen, Sonntag sollte ein Sturmtief über die Azoren hinweg ziehen und Montag ging Robert’s Flieger zurück nach Kanada. Aber der Samstag war noch nicht verplant und das Wetter toll, so dass wir uns zu viert ein Auto mieteten und die Insel Faial erkundeten.

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Faial besteht mehr oder weniger nur aus einem Vulkan und seinen Ausläufern. Also fuhren wir hoch zum Gipfel und liefen in 2 ½ Stunden einmal um den Krater.

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Von dort oben hat man einen Ausblick rund um die Insel und hinüber zur Nachbarinsel Pico.

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Faial ist sehr grün, es gibt viele Hortensien und viele Kühe (auch am Krater). Der Käse der Insel Faial ist so lecker wie der Wein von Pico. Hier ließe es sich leben!

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Nach den Empfehlungen des Autovermieters besuchten wir noch einen schwarzen Strand im Norden der Insel

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und den Nordwestzipfel der Insel, wo Faial erst vor wenigen Jahren durch einen Vulkanausbruch größer geworden ist.

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So kriegten wir in einem Tag einen Eindruck von der Insel und sie gefiel uns allen vieren.

 

Am Sonntag kam das Sturmtief. Wir nutzten die knappe Zeit vor dem begleitenden Regen, uns an der Mauer zu verewigen.

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Dann kam der Regen und wir eröffneten „Venga’s Café Sport“. Erst besuchte uns die Crew der SY Via aus Heiligenhafen bestehend aus Kathrin, Jörg und dem 15-jährigen Vincent. Dann kamen Joachim, Kirsten, Kirstens Bruder Frank und der 10-jährige Joel vom Katamaran „Ada Rebikoff“ zu Besuch. Zum abendlichen Wein kam dann die Crew der SY Emma aus Schweden und Frode von der Friskus aus Norwegen. Ein toller Schlechtwettertag. Und Piet war sehr glücklich mit Vincent und Joel.

 

Am Montag den 23. Mai flog Robert zurück nach Kanada. Piet war zwar glücklich, sein Zimmer wieder beziehen zu können, aber er war auch traurig, dass Robert uns verlassen musste. Wir hatten uns zu viert tatsächlich ganze vier Wochen gut verstanden und viel Spaß miteinander gehabt. Das ist auf so engem Raum nicht selbstverständlich. Zwar hatten wir Roberts Fähigkeiten nicht ernsthaft testen müssen, weil wir mit dem Wetter sehr viel Glück gehabt hatten. Aber es war gut, ihn für alle Fälle an Bord gehabt zu haben. Auch so hatten wir sehr davon profitiert, alle Wachen durch drei anstatt nur durch zwei zu teilen und waren ohne nennenswertes Schlafdefizit in Horta angekommen. Danke, Robert!

Zum Trost gab es nach der Verabschiedung Goulasch und Monopoly auf der SY Via.

 

Die Atmosphäre hier in Horta zwischen den Seglern ist wie auf Bermuda toll. Wir diskutierten untereinander das Woher und Wohin – meist zum europäischen Festland – und den passenden Abfahrtzeitpunkt. Wir wollen mit dem abflauenden Tief aufbrechen. Das konnte Mittwoch oder Donnerstag sein. Also begannen wir am Dienstag, Venga seeklar zu machen. Daniel kümmerte sich um den technischen Teil, Eva um Proviant und Wäsche. Rosa und hellblau mit gegenseitigem Informationsaustausch! Wir nahmen uns aber auch noch die Zeit, den alten Hafen Hortas, Porto Pim, und die stillgelegte Walverarbeitungsfabrik dort zu besichtigen.

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Mittwoch war das Wetter doch noch viel zu rau angesagt, so das wir nun morgen, am Donnerstag den 26. Mai lossegeln werden. So konnten wir uns noch einen Tag ausruhen und endlich den Blog schreiben (und Fotos bis incl. Abaco nachträglich einstellen!).

Wir werden, dank Bartek, wieder täglich ein paar Zeilen im Blog veröffentlichen. Unser Ziel wird Nordspanien sein, wenn das Wetter mitspielt. Wir werden berichten.

 

Zurück in Europa

Gestern am 20. Mai gegen mittag hatten wir Landfall auf den Azoren. Während der Einfahrt zum Rezeption Pontoon winkten uns schon Bekannte aus Schweden zu. Wir trafen auch die SY Friskus aus Norwegen wieder und trafen erstmal auf die SY Traumtänzer aus Berlin, von denen wir bisher nur den Blog kannten. Die meisten Kinder sind leider mit ihren Müttern zurück nach Europa geflogen.

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Wir klarierten ein, bewunderten die Gemälde der Yachten auf den Hafenmauern und gönnten uns das Abendessen in Peter’s Café Sport. Es ist Tradition, dass durchsegelnde Yachten sich auf der Hafenmauer verewigen.

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Wir haben auch einige Gemälde bekannter Yachten gefunden – Kuheli aus Schweden, Thor Heyerdal aus Norddeutschland gleich vielfach, Luigi Presto aus den Niederlanden. Die Lemuria aus Neustadt müssen wir noch finden.

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Endspurt, Tag 14

Es liegen noch ca. 40 sm bis zur Stadt Horta vor uns. Wir verrenken uns schon die Hälse, ob wir die Gipfel der Insel Faial – immerhin über 1000 m – oder der Insel Pico – immerhin 2300 m – schon sehen können. Müsste jeden Moment soweit sein.

Morgens landete ein Tintenfisch an Bord, ca. 28 cm lang. Er landete im Tiefkühler. Wir werden ihn auf der nächsten Tour als Köder präparierten.

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Motorsegeln, Tag 13

Seit drei Tagen motorsegeln wir. Der Wind würde auch zum alleinigen Segeln reichen, aber wir möchten schneller sein um Horta auf Faial erreichen, bevor am Wochenende ein Tiefdruckgebiet über die Azoren zieht. Wenn alles so läuft wie bisher, sollten wir morgen, am Freitag den 20. Mai, mit dem letzten Tageslicht ankommmen (klopf auf Holz).

Tag 12

Wir segelmotoren wieder gen Azoren. Noch 360 Meilen liegen vor uns. Man kann es also fast schon sehen.
Gestern abend haben wir den ersten Segler auf dieser Tour gesehen. Eine britische Familie mit einem 2-jährigen Kind an Bord. Sie haben Antigua „a couple of weeks ago“ verlassen und freuen sich genau wie wir auf Horta.

Over the Hump, Tag 10

Wir hatten gestern Bergfest, also über die Hälfte der Strecke zu den Azoren bewältigt. Auf englisch ist man damit „over the hump“, sagt Robert. Ausserdem sind wir langsam so dicht an den Azoren, dass wir den Rest motoren könnten. Auf dieser Strecke ist es nämlich recht häufig, dass Yachten entweder in den Hochdruckgebieten der Diesel ausgeht oder dass sie in den höheren Breiten „eins auf die Mütze“ kriegen.

Rauschefahrt, Tag 9

Hier sind wir, mitten im Nordatlantik. Ich (Daniel) bin gerade aufgestanden. Eva und Piet treffe ich im Deckssalon, Asterix und Obelix Comics auf dem Tablet lesend. Draussen scheint die Sonne, blauer Himmel, 21 kn Wind und tiefblauer Ozean mit weissen Wellenkämmen.
Kommentar von Eva:“Läuft gut, meinste wir können noch ein bisschen ausreffen?“
Na klar, sage ich lächelnd, geh ins Cockpit und rolle unserer beiden Genuas komplett aus (Das Grosssegel brauchen wir bei diesen Bedingungen gar nicht). Kurzer Blick auf den Plotter, ein zufriedenes Grinsen macht sich breit. Venga rauscht mit konstant über 8kn Fahrt über Grund durch die Wellen und schmeisst rechts und links vom Bug grosse Gischtfontänen, direckter Kurs Azoren.
Wir sitzen drinnen im Decksalon im T-Shirt und essen Spiegelei auf Brot und Pfannekuchen mit Marmelade…dabei läuft Musik: „Cruising“ von Massive Töne.
Blauwassersegeln kann sooooo schöööönsein!!!